WALTER STROBL
 

 



                lebt und arbeitet als freischaffender Maler in Wien
1968       geboren in Innsbruck
1983-87 Fachschule für angewandte Malerei an der HTL II in Innsbruck
1987-90 Höhere Lehranstalt für Kunsthandwerk (ASK) an der HTL II in Innsbruck
1990-95 Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien
                bei Prof. Arik Brauer und Prof. Josef Mikl
                Diplom für Malerei mit Auszeichnung


Pressetext zur Ausstellung von Gerald Heidegger, ORF Online:

In Environments, offene Räume, lädt die Galerie Augustin vom 13.Septeber bis 7.Oktober 2006. Gezeigt wird eine Serie von Ölbildern des Malers Walter Strobl, in denen sich Elemente belebter und toter Materie überlagern. Der Titel stadt/still-leben umreißt Gegenstand und Programmatik zugleich. In Strobls künstlichen Raumentwürfen wird der Betrachter mit Elementen einer scheinbar bekannten Welt konfrontiert. Doch viele Elemente in dieser Welt befremden und schaffen Widerstände. Der Mensch ist nicht mehr Herr der Raumordnung.

In den Räumen Strobls sind semantische Übergänge fließend. Der tote Stein, die Figur aus der Glyptothek, der Mensch - zwischen allen Elementen im Raum gibt es keine Grenzen bzw. Grenzziehungen mehr. Die Frage "belebt" oder "unbelebt" ist in dieser gegenständlichen Welt suspendiert. Menschen, die vor uns liegen, könnten ebenso gut tote Materie sein.
 
Das Stillleben ist bei Strobl wie ein Steinbruch für das spätere Menschenbild. Aus Elementen des Stilllebens lässt sich der Mensch zusammensetzen: Stein um Stein. Der Körper ist nicht ohne Amputationen zu denken - der Torso wird zum Platzhalter für ein nicht erreichbares gesamtheitliches Bild vom Menschen.

So wie der Mensch ist auch der Stadtraum bei Walter Strobl zusammengesetzt. Die Vedute ist für Strobl "letztlich ein absurdes Stillleben": Nie wird die organische Natur, sondern immer der künstlich geformte Stadtraum gesucht. Auch hier fallen die Elemente auseinander.

Ein besonderes Augenmerk in der Malerei von Walter Strobl kommt der stofflichen Qualität der Bilder zu. Das scheinbar Gegenständliche kippt bei Strobl auch immer ins Abstrakte. Strobl sucht in seinen Bildern nach farblichen Zwischenräumen. Seine Farben entziehen sich definitorischen Festlegungen: Strobl malt das "Unfassbare" hinter der sichtbaren Realität und löst dies in einem sehr nuancierten Farb- und Lichtspiel auf. Farbe und Licht werden zu eigenständigen Themen in diesen Environments. Sie fokussieren den Blick auf das Material der Malerei und lassen seine Bilder wie endlose Palimpseste erscheinen.