Georg Loewitt Spanische Treppe Detail 2017 Acryl und Pigmente auf Leinwand 40 x 40 cm web

Georg Loewit
"Spanische Treppe"
Acryl und Pigmente auf Leinwand
40 x 40 cm

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Georg Loewit wurde 1959 in Innsbruck geboren und wuchs in Innsbruck, Wien und New York auf.

Nach dem Abschluss der HTL für Holz- und Steinbildhauerei in Innsbruck absolvierte er die Ausbildung zum Gürtler und Gold- und Silberschmied in der Innsbrucker Werkstätte Walter Deussl. Studien er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei den Professoren Lohwasser und Jünger ergänzten seine künstlerische Ausbildung die er als Bildhauermeister abschloss. Es folgte ein Studium der Kunstpädagogik am Mozarteum Salzburg.

Zwischen 1986 und 1996 setzte er als Mitglied des Vorsitzes bzw. als Geschäftsführer der Tiroler Künstlerschaft wichtige Akzente in der heimischen Kunstszene, beispielsweise mit der Gründung des Künstlerhauses Büchsenhausen.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Prof. Mag. art. Georg Loewit von 1987 bis 2016 als Kunsterzieher am PORG-Volders tätig.

Als Gründungskurator der RLB-Kunstbrücke 1998 stand er dieser Institution als künstlerischer Leiter bis 2002 vor. 2001 wurde er mit der künstlerischen Leitung des RLB-Ateliers in Lienz beauftragt, das er bis 2012 geführt hat.

Georg Loewit lebt und arbeitet in Innsbruck. In den 35 Jahren seines künstlerischen Schaffens waren seine Arbeiten, die in wichtigen Sammlungen vertreten sind, in über 100 nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen.

In den plastischen Arbeiten Georg Loewits mutiert der Mensch in seiner alltäglichen Umgebung zum "ersten Handelnden". Die Skulpturen geben somit ein Ab-Bild unserer Gesellschaft wieder. Die Protagonisten sind Fotografien entnommen, die als Dokumente menschlicher Interaktionen auf Reisen aufgenommen wurden. Die einzelnen Personen sind Teil größerer Menschengruppen. Der Fokus ist ausschließlich auf die Rückenansicht der Figuren gerichtet. Diese im Gegensatz zur Vorderseite unverfälschte Ansicht ist in eine hyperreal anmutende Formensprache umgesetzt. Ausgehend von der realen Rückenansicht entwickeln die Figuren eine stark abstrahierte Seitenansicht, deren Kante die vollkommen glatte Vorderseite begrenzt. Wie durch einen präzisen Schnitt entsteht eine neue Projektionsfläche innerhalb des scharfen Umrisses der Figur. In der Silhouette begegnet der Rezipient demselben Inhalt wieder – in neuer, verdichteter Form. Die Arbeiten spielen mit Momenten der Irritation und hinterfragen Seherfahrungen und Erwartungshaltungen.

Wie bei den Skulpturen spielt auch in den Bildern (Acryl, Pigmente, Primal auf Leinwand) der Mensch die Hauptrolle. Ungewöhnliche Perspektiven, extremer Lichteinfall, starke Schatten und präzise Formen prägen diese Arbeiten. Im Spannungsfeld von Individuum und Masse, Anonymität und vermeintlichen Idyllen werden Bewegungsrichtungen und -abläufe der Protagonisten wahrgenommen und gruppendynamische Prozesse sichtbar. Architekturelemente und Umgebung sind ausgeblendet und auf monochrome Flächen reduziert. In Analogie zur Schnittfläche bei den Skulpturen definieren die Schatten typische Wesensmerkmale der einzelnen Protagonisten.