Max Spielmann Provence Saint Auban sur Ouvez 1968 Aquarell 48,5 x 66 cm web

Max Spielmann "Provence - Saint Auban sur Ouvez" 1968 Aquarell 48,5 x 66 cm

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Max Spielmann wurde 1906 in Innsbruck geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er bei Emanuel Raffeiner ( 1881 Schwaz – 1923 Innsbruck ). Zur Vervollkommnung seiner handwerklichen Kenntnisse ging er nach München und absolvierte von 1926 - 1930 die Staatliche Schule für Angewandte Kunst. Im Anschluss nahm der das Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Franz Klemmer - dem damaligen Leiter des Ateliers für kirchliche Kunst - auf, das er 1939 als Schüler der Meisterklasse beendete.

Schon in München erhielt er 1936 bei einem Wettbewerb für ein Fresko an der Alten Residenz einen Preis und den Auftrag zur Ausführung seines ersten, großformatigen Wandbildes „Herzog Christoph wirft den Stein“, das im Zweiten Weltkrieg leider zerstört wurde. Im gleichen Jahr konnte Spielmann auch seine erste größere Studienreise unternehmen. Er erhielt das Dr. Mond’sche Reisestipendium, das ihm einen Aufenthalt in Italien ermöglichte, wo er sich vor allem mit der Wandmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts auseinander setzte.

Seine eigenwillige Gestaltung wurde während der Zeit des Nationalsozialismus durchaus nicht widerspruchslos akzeptiert. So wurden die von ihm im Jahre 1936, während seiner Studienzeit an der Münchner Akademie bei Professor Franz Klemmer als Übungsstücke geschaffenen Freskoarbeiten, verhöhnt und als entartet gebrandmarkt. Der Holzschnitt „David nimmt Abschied von Saul“, für den Spielmann 1935 den Anerkennungspreis im Wettbewerb um den Österreichischen Staatspreis erhielt, wurde 1938 anlässlich der ersten Gaukunstausstellung als jüdische Kunst deklariert und von der Jury abgelehnt.

Von 1940 bis Kriegsende stand Spielmann als Soldat, vorwiegend in Russland, ein halbes Jahr in Norwegen und zuletzt in Ostpreußen an der Front. Ab 1941 war er als Zeichner in einem Kriegsberichtertrupp eingesetzt. Aus der psychischen Erschütterung - durch die Kriegserlebnisse bedingt - und aus seiner Religiosität entstand nach 1945 eine sehr herbe Kunstauffassung ganz persönlicher Prägung.

Max Spielmann gehört jener Generation an, deren Entwicklung in der entscheidenden Phase des Übergangs von der Akademie zum freischaffenden Künstler durch die politische Entwicklung – Umsturz 1938 und 2. Weltkrieg bis 1945 – empfindlich gestört wurde.

In den schweren Jahren nach dem Krieg befasste er sich mit kunsthandwerklichen Arbeiten u.a. mit der Gestaltung von Keramikfliesen für einen Innsbrucker Friseursalon in der Altstadt. Für eine Weberei im Imst schuf er 1948 und 1949 Textilentwürfe und bewahrte auch hier seinen persönlichen Stil.

Man kann sich kaum eine künstlerische Technik vorstellen, die der Künstler nicht bewältigen konnte. Er vermochte in der Malerei und Graphik ebenso seine Absichten zu realisieren wie in Reliefs und Vollplastiken. Er beherrschte die Ölmalerei ebenso wie Pastell oder Aquarell, mit der gleichen Sicherheit arbeitete er mit dem Bleistift, der Kreide und Kohle. Er bewältigte die großen Formate in der Wandmalerei - Fresko, Mosaik und Sgraffito - ebenso souverän wie die kleinformatigen keramischen Arbeiten. Er verstand es - wie kein Zweiter - mit dem Email umzugehen. Diese Vielseitigkeit zeigte sich sowohl hinsichtlich seiner Techniken, seiner stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten und seiner thematischen Vielfalt.

Spielmann weist ein weit gespanntes, handwerkliches Können auf und seine Beherrschung der verschiedensten Techniken haben es ihm ermöglicht, auch ganze Innenräume zu gestalten, wobei er es verstand, sich einem Raum und den dort bereits vorhandenen Kunstwerken unterzuordnen. Wenn er an einem Bauwerk oder auch nur in einzelnen Räumlichkeiten seine eigenständigen Ideen verwirklichen und so den Gesamtcharakter festlegen konnte, verspürt man seine starke Ausstrahlungskraft und deren intensive Wirkung.

Max Spielmann wurde 1963 der Professorentitel verliehen. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen zählen die 1964 und 1976 im Tiroler Volkskunstmuseum „Sakrale Kunst“ und seine 1981 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gezeigte Ausstellung anlässlich seines 75. Geburtstages. Kleinere Werksübersichten wurden ab 1933 in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Rosenheim, Bozen, St. Ulrich und Rom gezeigt.
Öffentliche Ankäufe seiner Werke erfolgten durch die Graphische Sammlung Albertina in Wien, durch das Heeresgeschichtliche Museum in Wien, die Graphische Sammlung in Budapest, die Städtische Galerie in München, das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck, das Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck, das Land Tirol, die Stadtgemeinde und die Universität Innsbruck.

Prof. Max Spielmann ist am 5. November 1984 im 78. Lebensjahr plötzlich und unerwartet in seinem Atelier verstorben. Mitten in seiner unermüdlich scheinenden Schaffenskraft beendete der Tod kurzfristig alle seine Pläne und weiteren Vorhaben.

Univ. Prof. Dr. Heinz Mackowitz schrieb anlässlich des Todes von Prof. Max Spielmann in dem Nachruf für die Tiroler Tageszeitung: „Wenn man heute das OEuvre Spielmanns überblickt, so erkennt man, dass das Gesamtschaffen dieses Künstlers von einem tiefen Ernst, von Disziplin, maßvoller Zurückhaltung und von der Überzeugung des Künstlers geprägt ist, dass große Kunst nicht zuletzt auch von handwerklichem Können und Beherrschen der Darstellungsmittel geprägt ist.
Spielmann, war ein Künstler, der den Mut hatte seine Meinung bedenkenlos zu sagen, der sich nicht um eines Vorteils willen von seiner Überzeugung löste und der unbeirrt und konsequent den von ihm als richtig und gültig erkannten Weg verfolgte.“